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Eine gute Katheterisierungsroutine

Es ist wichtig, dass Sie die von Ihrem Arzt vorgeschriebene Katheterisierungsfrequenz bestmöglich einhalten. Idealerweise planen Sie Ihren Tag vorausschauend, sodass Sie zwischendurch Zeit einbauen können. Haben Sie bereits eine Routine aufgebaut, die zu Ihrem Lifestyle und Ihrer Katheterisierungsfrequenz passt? Falls nicht, haben wir hier einige Tipps zusammengefasst, die Ihnen dabei helfen könnten.

 

 

 

Verwenden Sie einen Terminkalender oder ein Katheterisierungstagebuch: Eine Tabelle oder ein Miktionstagebuch zu führen kann insbesondere anfangs sehr hilfreich sein, damit Sie keine Katheterisierung auslassen sowie z.B. die abgegebene Urinmenge im Auge behalten können. Eintragungen in Ihrem persönlichen Kalender können ebenfalls hilfreich sein, um insbesondere an aktiven oder arbeitsreichen Tagen vorab zu planen. Sie sind auch hilfreich, um die Urinmenge im Auge zu behalten, die Sie abgeben.

Halten Sie sich an regelmäßige Zeiten: Verbinden Sie die Selbstkatheterisierung mit regelmäßigen Tageszeiten: z.B. mit normalen täglichen Aktivitäten, wie Zähneputzen und vor oder nach den Essenszeiten.

Stellen Sie sich Alarme, damit Nichts in Vergessenheit gerät: Das Einstellen eines Alarms (z. B. auf Ihrem Handy oder Ihrer Uhr) hilft Ihnen, das Katheterisieren nicht zu vergessen. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie unterwegs sind. 

Haben Sie immer genügend Katheter und Zubehör dabei: Nehmen Sie immer genügend Material mit, wenn Sie das Haus verlassen, damit Sie Ihre Blase jederzeit, auch ungeplant, entleeren können, wenn nötig.

Halten Sie sich an die vorgegebene Katheterisierungsfrequenz Ihres behandelnden Arztes: Ihr Arzt, Pflegepersonal oder behandelnde Fachkraft wird die Anzahl der täglich nötigen Katheterisierungen an Ihre individuelle Situation anpassen. Daran sollten sie sich auch halten, da bei einer geringeren Katheterisierung als die entsprechende Empfehlung folgende Probleme auftreten können: Dringlichkeit und Unterleibsschmerzen, Urinverlust, Harnwegsinfektionen (stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Blase jedes Mal vollständig entleeren, wenn Sie katheterisieren - Urin, der in der Blase verbleibt, kann Infektionen verursachen), mögliche Nierenschäden (der erhöhte Druck auf Ihre Blase kann dazu führen, dass Urin in die Nieren zurückfließt, was zu Infektionen oder langfristigen Nierenschäden führen kann).

 

Suchen Sie immer Ihren Arzt auf, wenn Sie mehr als 6 Mal am Tag katheterisieren und Sie immer noch Probleme beim Wasserlassen haben.

Wie finde ich meine persönliche Blasenroutine

Eine individuelle Blasenroutine zu finden, die zu Ihrem Lebensstil passt, kann eine enorme Erleichterung darstellen. Sie selbst übernehmen somit die Kontrolle und entscheiden inwiefern Ihre Inkontinenz ihr Leben beeinträchtigt. Viele Anwender berichten, dass die Beherrschung des selbstkatheterismus sich positiv auf Ihr Leben und Ihr Gefühl der Unabhängigkeit ausgewirkt hat.

Der intermittierende selbstkatheterismus ist eine bewährte Alternative um Ihre Blase auf möglichst natürliche Art zu entleeren. Hersteller arbeiten ständig daran, neue Innovationen zu entwickeln, die Ihnen das Leben erleichtern könnten. Wir versuchen Sie bestmöglich auf dem neuesten Stand zu halten, damit Sie keine Neuheiten auf dem Markt verpassen!

Es ist völlig normal, wenn Sie anfangs viele Fragen haben, an Ihrer Versorgung zweifeln oder sich sorgen.Wir möchten Ihnen bestmöglich helfen eine für Sie passende Routine zu finden und haben die Phasen die die meisten Katheteranweder durchlaufen veranschaulicht. Schauen Sie, in welcher Phase Sie sich möglicherweise momentan befinden und lesen Sie die Ratschläge, die Ihnen helfen könnten.

Phase 1 - Sie machen sich mit der Idee des intermittierendem Selbstkatheterismus vertraut

Wenn Sie zum ersten Mal vom Selbstkatheterismus hören, kann das erstmals überwältigend sein und zudem eine große Veränderung in Ihrem Leben bedeuten. Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass es für Sie zu früh ist, damit anzufangen, oder Sie halten es für zu kompliziert in der Anwendung. Egal wie Sie momentan dazu stehen, es ist absolut wichtig, dass Sie selbst die Entscheidung treffen, dass der ISK die beste Möglichkeit der Blasenentleerung für Sie darstellt. Ebenfalls sollten Sie sich immer, von Ihren Ärzten sowie Fachkräften, gut informiert fühlen.

Die EIngewöhnungsphase der Selbstkatheterisierung kann schwierig sein, aber Sie werden das schaffen und ein großes Plus an Selbstbestimmung und Freiheit wieder erlangen.

Phase 2 - Sie erlernen sich selbst zu katheterisieren

Die Vorstellung, dass ein "Fremder" Ihren Schambereich anschaut oder berührt, kann ziemlich beängstigend sein. Daher ist es wichtig, dass Sie von der Krankenschwester eine angemessene Einweisung erhalten und dass Ihr Bedürfnis nach Privatsphäre respektiert wird. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Erklärung nicht ausreichend war, zögern Sie nicht, darum zu bitten, die Schritte noch einmal zu wiederholen.

Phase 3 - Probieren Sie es zum ersten Mal zu Hause aus

Wenn Sie sich mit der Selbstkatheterisierung unsicher fühlen, sobald Sie zu Hause sind, zögern Sie nicht, um weitere Hilfe bei Ihrem Arzt oder Nachversorger zu bitten. Vielleicht müssen Sie es ein paar Mal versuchen, bevor Sie sich sicher fühlen, dass Sie es alleine schaffen. Und vielleicht finden Sie es auch beängstigend, den Katheter selbst einzuführen - ohne Hilfe. Wenn Sie diesen Teil Ihres Körpers nicht sehr gut kennen, kann das anfangs etwas seltsam sein.

Für Männer: Katheter kommen vielen Anwendern erstmal sehr lang vor und Sie haben Sorgen sich zu verletzen. Wir können Sie weitestgehend beruhigen: der Weg von Ihrem Harnröhreneingang bis zur Blase beträgt durchschnittlich 20-25cm und alle Katheter marktüblicher Hersteller sind für diese Länge angefertigt. Es kann helfen, sich eine kurze Animation über die männliche Anatomie anzusehen, damit Sie sehen können, wo die Blase in Ihrem Körper liegt und wie der Katheter dorthin kommt.

Für Frauen: 53% aller Frauen wissen nicht wo ihre Harnröhreneingang sich befindet - Sie sind nicht allein.

Es gibt jedoch einige Hilfsmittel und Tipps die Ihnen das erlernen anfangs erleichtern können:
- Bein-/Toilettenspiegel
- Lichtquelle (z.B. im Spiegel integriert, Fingerlampe, etc.)
- wenn möglich, die ersten Male im Stehen (mit einem Bein hochgestellt) zu katheterisieren

Phase 4 - Sie haben eine Routine gefunden die zu Ihnen passt und die Sie einhalten können - aber wie gehen Sie nun am besten mit äußerlichen Einflüssen um?

Wenn Sie wieder zur Arbeit gehen oder verreisen möchten, kann Sie dies vor eine neue Herausforderung stellen, da sich Ihre Umgebung verändert und Sie sich in einer neuen Umgebung (z. B. in öffentlichen Toiletten) befinden. Möglicherweise könnte es Ihnen hier helfen wenn Sie einen kompakten und somit möglichst diskreten Katheter verwenden, oder einen Katheter mit integriertem Urinbeutel. Es ist auch wichtig, dass Sie Ihre individuelle Katheterisierungsroutine beibehalten und keine Katheterisierungen auslassen, auch wenn Ihr Sicherheitsempfinden nicht mehr dasselbe wie zu Hause ist. Planung, wie z.B. einen Wecker zu Katheterisierungszeiten stellen ist hier wichtig.

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