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Katheterisieren und Partnerschaft

Sexuelle Bedürfnisse enden nicht mit einer neurologischen Erkrankung oder einer Querschnittlähmung. Sexualität beginnt im Kopf. Ein positives Selbstbild, Offenheit gegenüber dem Partner und ein wenig Experimentierfreude erleichtern es, ein erfülltes Sexualleben zu erlangen.

Das Selbstvertrauen, ein aktives Sexualleben zu genießen

Aus urologischer Sicht ist der ISK in Bezug auf Intimität ein großer Gewinn an Freiheit. Dadurch, dass die Blase unmittelbar vor dem intimen Kontakt entleert wird, ist ein ungewollter Urinverlust vermeidbar.

Mit allen Sinnen genießen

Rückenmarksverletzungen führen häufig zu einem teilweisen bis völligen Verlust der Empfindung unterhalb des Lähmungsniveaus. Das bedeutet allerdings nicht, dass es mit befriedigender Sexualität vorbei ist. Jeder hat individuelle Bedürfnisse und muss für sich selbst ausprobieren, was er erleben kann. Bestimmte erogene Zonen oberhalb der Verletzungshöhe sind oft in besonderem Maße empfindlich: Gesicht, Ohren, Hals, Arminnenseiten. Setzen Sie alle Sinne ein: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen. Schließlich entstehen viele Orgasmen durch die innere Erregung und nicht allein durch den körperlichen Akt.

Vertrauen

Zur sexuellen Intimität gehören ganz wesentlich Vertrauen und Offenheit. Es ist wichtig, der Partnerin bzw. dem Partner zu sagen, was Sie können und was Sie eben nicht können. Sprechen Sie offen über eventuelle Ängste bezüglich der Blasen-Darm-Funktion, über notwendige Hilfsmittel, sexuelle Stellungen und Wünsche. Schließlich ist es am schönsten, wenn beide Lust und Freude haben.

Rechtzeitig die Blase entleeren

Eine Querschnittlähmung führt bei Frauen häufig dazu, dass die Scheide nicht richtig feucht wird. Hier kann ein Gleitmittel helfen. Damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt, sollten Frauen ihre Blase vor dem Geschlechtsverkehr vollständig entleeren sowie auf ein gutes Darmmanagement achten. Nach dem Katheterisieren und nach dem Verkehr empfiehlt es sich, die Scheide mit Wasser auszuwaschen, um Harnwegsinfekte zu minimieren.

Hilfsmittel für die Männlichkeit

Auch Männer mit einer Querschnittlähmung brauchen nicht auf ihre »Männlichkeit« zu verzichten. Ungefähr 80 % aller Querschnittgelähmten haben eine Erektionsstörung, also ist die Erektion zu kurz, nicht stark genug, oder es kommt zu gar keiner Erektion. Dies hat nicht nur Einfluss auf das Sexualleben, sondern auch auf das Selbstbewusst sein. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Methoden, die dennoch eine Erektion ermöglichen. Bspw. kann durch die Einnahme von Medikamenten (Viagra® oder die Nachfolger Cialis® oder Levitra®) am einfachsten eine ausreichende Erektion erreicht werden.  Besprechen Sie die unterschiedlichen Therapien auf jeden Fall mit einem Urologen.

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